Letzthin im Bahnhof-Shop: Vor mir an der Kasse spricht der Mann mit jemandem am Mobiltelefon, während er umständlich seine Ware auf den Kassentisch legt. Ich stehe hinter ihm, hinter mir wird die Schlange länger und ich schaue auf die Uhr. Der Mann klingt gereizt, ungeduldig, er scheint der Person am anderen Ende der Verbindung etwas Wichtiges erklären zu wollen, während die Kassiererin ihm das Rückgeld entgegen streckt, etwas ratlos um sich und vor allem auf die länger werdende Schlange blickend. Endlich nimmt er ihr das Geld aus den Händen und versucht es einzustecken.
Jetzt beginnt die Verkäuferin seine Ware in Plastiksäcke zu verpacken, einarmig und halbherzig hilft er mit. Dann verzieht er das Gesicht, das am Telefon Gesagte scheint ihn zu ärgern. Jetzt fährt der Zug ein. Der Mann wird lauter, scheint erregt. An den Waren auf dem Kassentisch scheint er das Interesse komplett verloren zu haben. Eindringlich redet er auf die Person ein, die ihn da am Telefon so nervt.
Ich tippe ihm auf die Schultern, will ihn auf den Zug hinweisen, den ich gerne noch erreicht hätte. Meine Einkäufe lasse ich liegen, versuche mich rasch am Mann vorbeizwängen. Da macht sich der Mann breit, schreit irgendwas ins Telefon, packt seine Plastiktaschen, dreht sich empört nach mir um und zischt mich an: "Können Sie nicht warten?" - Das nenne ich Multitasking.
Wirkungsvoll kommunizieren
Kommunikation ist unvermeidbar - gute Kommunikation ist möglich. Gedanken und Ideen, Erfahrungen und Visionen rund um die Themen Kommunikation, Werbetext, Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung und Sprachkultur.
Mundart-Debatte. Worum geht's da eigentlich?
Da hat Peter von Matt aber eine Diskussion ausgelöst mit seinem Artikel im Tagesanzeiger. (Der Dialekt als Sprache des Herzens. Pardon das ist Kitsch. Tagesanzeiger v. 16.10.2010) Der Artikel ist sehr lesenswert - finde ich - doch auch die vielen Kommentare und Entgegnungen sind es. Auch wenn sie mich zum Teil verwirren.
Es Panasch, bitte - Wie bitte?
Ich kenne auch Menschen, die weigern sich, mit Deutschen in der Schweiz Hochdeutsch zu sprechen. (Mit Amerikanern oder Engländern jedoch sprechen sie sehr wohl in deren Sprache.) Ich kenne sogar Menschen, die reden in Deutschland oder Österreich, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und bestellen frisch fröhlich "es Panasch" in Nürnberg und freuen sich aufrichtig darüber, der Kellnerin (Servierdüse) zu erklären, was das denn nun sei, bei uns in der Schweiz. Genauso habe ich Deutsche in Spanien oder Griechenland erlebt, die im Restaurant ganz selbstverständlich auf deutsch ihr Bier bestellen. Ich staune immer wieder über diese Ignoranz und Arroganz - doch an den meisten Orten heisst es eben: "Man spricht deutsch", das gehört zum touristischen Angebot. Und um diese Tatsache sind auch viele Schweizer froh, die eben kein Spanisch, Italienisch, Griechisch oder Englisch als verbreitete Alternative zu vielen Sprachen sprechen. Mit Schweizerdeutsch wird man jedoch auf Kreta oder an der Costa Brava kaum satt; also spricht man Hochdeutsch, so gut man kann, oder? Es geht also schon, wenn es sein muss.
Kommunikation ist möglich - wenn man will.
In der Schweiz sind wir allerdings zu Hause, da wollen wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Kein Problem - finde ich - so lange die Leute, mit denen wir reden wollen oder müssen, unseren Dialekt verstehen. Wenn nicht, was dann? Ich halte es da durchaus mit Peter von Matt: Das ist eine Frage des Anstands. (Er heisst übrigens nicht von Mett und auch nicht Matt, wie Angrod den "senilen Professor" nennt - ich frage mich, woher die Aggression kommt - auch bei vielen Kommentaren zum Artikel.) Und dumm finde auch ich es, in einer Sprache zu reden, die das Gegenüber nicht versteht, obwohl man in der Lage wäre, sich in dessen Sprache zu unterhalten.
Ausser man ist an echter Kommunikation gar nicht interessiert. Ich will nur reden, ob das, was ich sage, auch ankommt ist egal. Ja, das ist eine häufige Form der Kommunikation (alle reden, keiner hört zu) - auch im Dialekt und nicht nur auf Schweizerdeutsch. Man will auch gar nicht wissen - schon gar nicht verstehen - was die andere meint. Oder geht es bei diesem Beharren auf Dialekt um etwas ganz anderes?
Welchen Dialekt hätten 's denn gern?
Wenn Thomas Widmer in seinem Artikel "Mein Dialekt ist kein Tumor" imTagi vom 20.10.2010 schreibt: "Doch der Dialekt ist eben kein Gewaber, kein Nebel, kein Tumor" verstehe ich nicht, worauf in von Matts Text er anspielt. Von Matt schreibt: "Angesichts der zwei lautmalerischen Litaneien wird auch deutlich, dass niemand je imstande sein wird, den deutschschweizerischen Dialekt als solchen zu lernen."und: "Wenn zwei Schweizer miteinander plaudern, tun sie dies im Dialekt. Das ist gut so und richtig." Da ist weit und breit keiner, der dem Hochdeutschen zudienen will und den Dialekt schlecht macht. Aber darum geht es: Welchen Dialekt soll man denn lernen? Walliser, Bündner, Berner oder Basler? Und wer bringt ihn einem bei? Verbindlich? - Ist es da nicht einfacher, in einer Sprache miteinander zu reden, die beide verstehen, auch wenn angelernt - zum Beispiel Hochdeutsch? Und was geht verloren, wenn man mit einem Fremden nicht in Mundart spricht? Und wie gross ist der Gewinn, wenn man einander versteht?
Brücke oder Graben?
"Die Sprache ist die Brücke zum Gegenüber." sagt Helen Christen, Professorin für germanistische Linguistik an der Universität Fribourg und Mitherausgeberin des Schweizerischen Idiotikons im Interview mit Philipp Zweifel. Und wer nicht bereit ist, diese Brücken zu schlagen, obwohl er rein sprachlich dazu in der Lage ist, - denn wir alle sind fähig, hochdeutsch zu sprechen, wenn auch mühsam und mit Akzent - wird wohl seine Gründe haben. Ist das wirklich Fremdenhass? Aversion gegen Deutsche? Oder einfach nur ein Minderwärtigkeitsgefühl, das man überspielt mit dieser lächerlichen Überlegenheit: "Sag mal Chuchichäschtli!"Apropos Küche: Röschti und Polenta kann man miteinander geniessen, dabei gemütlich sein und angeregt parlieren - oder als Graben einander ewig vorhalten. Wie sprechen Sie mit einer Tessinerin, mit einem Westschweizer? Wie sie mit uns?
Swissness und "Mundart-Taliban"
Der Schriftsteller Guy Krneta schreibt: "Die Verkitschung der Mundart im Zuge des aktuellen Swissness-Marketings hat mit Mundart wenig zu tun. Swissness ist eine so oberflächliche Begeisterung fürs angeblich Eigene wie ihre Kehrseite, die Fremdenhetze. Hier wie da geht es nicht darum, kulturelle Errungenschaften zu bewahren, zu leben und Differenzen zueinander ins Verhältnis zu setzen. Und gerade darum halte ich es für sträflich, die Sprachen den Ideologen zu überlassen."
Dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Nur, dass ich noch auf das Interview mit Pedro Lenz hinweisen möchte, dessen Begriff "Mundart-Taliban" ich sehr treffend finde. Und wer die ganze Mundart-Debatte lesen möchte, soll das tun.
Und wer mir eine Antwort weiss auf folgende Frage, soll dies bitte ebenfalls tun: Warum reagieren so viele Menschen so gekränkt und aggressiv auf den Artikel von Peter von Matt?
Es Panasch, bitte - Wie bitte?
Ich kenne auch Menschen, die weigern sich, mit Deutschen in der Schweiz Hochdeutsch zu sprechen. (Mit Amerikanern oder Engländern jedoch sprechen sie sehr wohl in deren Sprache.) Ich kenne sogar Menschen, die reden in Deutschland oder Österreich, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und bestellen frisch fröhlich "es Panasch" in Nürnberg und freuen sich aufrichtig darüber, der Kellnerin (Servierdüse) zu erklären, was das denn nun sei, bei uns in der Schweiz. Genauso habe ich Deutsche in Spanien oder Griechenland erlebt, die im Restaurant ganz selbstverständlich auf deutsch ihr Bier bestellen. Ich staune immer wieder über diese Ignoranz und Arroganz - doch an den meisten Orten heisst es eben: "Man spricht deutsch", das gehört zum touristischen Angebot. Und um diese Tatsache sind auch viele Schweizer froh, die eben kein Spanisch, Italienisch, Griechisch oder Englisch als verbreitete Alternative zu vielen Sprachen sprechen. Mit Schweizerdeutsch wird man jedoch auf Kreta oder an der Costa Brava kaum satt; also spricht man Hochdeutsch, so gut man kann, oder? Es geht also schon, wenn es sein muss.
Kommunikation ist möglich - wenn man will.
In der Schweiz sind wir allerdings zu Hause, da wollen wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Kein Problem - finde ich - so lange die Leute, mit denen wir reden wollen oder müssen, unseren Dialekt verstehen. Wenn nicht, was dann? Ich halte es da durchaus mit Peter von Matt: Das ist eine Frage des Anstands. (Er heisst übrigens nicht von Mett und auch nicht Matt, wie Angrod den "senilen Professor" nennt - ich frage mich, woher die Aggression kommt - auch bei vielen Kommentaren zum Artikel.) Und dumm finde auch ich es, in einer Sprache zu reden, die das Gegenüber nicht versteht, obwohl man in der Lage wäre, sich in dessen Sprache zu unterhalten.
Ausser man ist an echter Kommunikation gar nicht interessiert. Ich will nur reden, ob das, was ich sage, auch ankommt ist egal. Ja, das ist eine häufige Form der Kommunikation (alle reden, keiner hört zu) - auch im Dialekt und nicht nur auf Schweizerdeutsch. Man will auch gar nicht wissen - schon gar nicht verstehen - was die andere meint. Oder geht es bei diesem Beharren auf Dialekt um etwas ganz anderes?
Welchen Dialekt hätten 's denn gern?
Wenn Thomas Widmer in seinem Artikel "Mein Dialekt ist kein Tumor" imTagi vom 20.10.2010 schreibt: "Doch der Dialekt ist eben kein Gewaber, kein Nebel, kein Tumor" verstehe ich nicht, worauf in von Matts Text er anspielt. Von Matt schreibt: "Angesichts der zwei lautmalerischen Litaneien wird auch deutlich, dass niemand je imstande sein wird, den deutschschweizerischen Dialekt als solchen zu lernen."und: "Wenn zwei Schweizer miteinander plaudern, tun sie dies im Dialekt. Das ist gut so und richtig." Da ist weit und breit keiner, der dem Hochdeutschen zudienen will und den Dialekt schlecht macht. Aber darum geht es: Welchen Dialekt soll man denn lernen? Walliser, Bündner, Berner oder Basler? Und wer bringt ihn einem bei? Verbindlich? - Ist es da nicht einfacher, in einer Sprache miteinander zu reden, die beide verstehen, auch wenn angelernt - zum Beispiel Hochdeutsch? Und was geht verloren, wenn man mit einem Fremden nicht in Mundart spricht? Und wie gross ist der Gewinn, wenn man einander versteht?
Brücke oder Graben?
"Die Sprache ist die Brücke zum Gegenüber." sagt Helen Christen, Professorin für germanistische Linguistik an der Universität Fribourg und Mitherausgeberin des Schweizerischen Idiotikons im Interview mit Philipp Zweifel. Und wer nicht bereit ist, diese Brücken zu schlagen, obwohl er rein sprachlich dazu in der Lage ist, - denn wir alle sind fähig, hochdeutsch zu sprechen, wenn auch mühsam und mit Akzent - wird wohl seine Gründe haben. Ist das wirklich Fremdenhass? Aversion gegen Deutsche? Oder einfach nur ein Minderwärtigkeitsgefühl, das man überspielt mit dieser lächerlichen Überlegenheit: "Sag mal Chuchichäschtli!"Apropos Küche: Röschti und Polenta kann man miteinander geniessen, dabei gemütlich sein und angeregt parlieren - oder als Graben einander ewig vorhalten. Wie sprechen Sie mit einer Tessinerin, mit einem Westschweizer? Wie sie mit uns?
Swissness und "Mundart-Taliban"
Der Schriftsteller Guy Krneta schreibt: "Die Verkitschung der Mundart im Zuge des aktuellen Swissness-Marketings hat mit Mundart wenig zu tun. Swissness ist eine so oberflächliche Begeisterung fürs angeblich Eigene wie ihre Kehrseite, die Fremdenhetze. Hier wie da geht es nicht darum, kulturelle Errungenschaften zu bewahren, zu leben und Differenzen zueinander ins Verhältnis zu setzen. Und gerade darum halte ich es für sträflich, die Sprachen den Ideologen zu überlassen."
Dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Nur, dass ich noch auf das Interview mit Pedro Lenz hinweisen möchte, dessen Begriff "Mundart-Taliban" ich sehr treffend finde. Und wer die ganze Mundart-Debatte lesen möchte, soll das tun.
Und wer mir eine Antwort weiss auf folgende Frage, soll dies bitte ebenfalls tun: Warum reagieren so viele Menschen so gekränkt und aggressiv auf den Artikel von Peter von Matt?
Keine Zeit für kurze Texte.
Die elementaren Schreib- und Stilregeln sind für viele Menschen klar, einleuchtend und logisch, wenn sie diese wieder einmal hören oder lesen. Darum plädiere ich dafür, sie immer wieder zu lesen und sich bewusst zu machen, damit sie im Alltag beim Texten und Redigieren präsent sind.
Starke Newsletter, die auch gelesen werden.
Immer mehr Unternehmen nutzen Newsletter als Teil einer ausgewogenen Online-Marketing-Strategie. Hier habe ich ein paar Tipps zusammengetragen, die helfen sollen, Ihr E-Mail-Marketing erfolgreich zu gestalten und starke Newsletter-Texte zu schreiben.
PDF-Dokumente: Fit für die Suchmaschine
Wie in meinem Beitrag vom 14. April 2010 versprochen, möchte ich heute kurz aufzeigen, wie Sie Ihre PDF-Dokumente für Suchmaschinen optimieren können.
Für die Optimierung von PDF-Dokumenten gelten zuerst einmal die gleichen Regeln, wie bei der redaktionellen Suchmaschinenoptimierung von normalem Web-Content:
Für die Optimierung von PDF-Dokumenten gelten zuerst einmal die gleichen Regeln, wie bei der redaktionellen Suchmaschinenoptimierung von normalem Web-Content:
Suchmaschinenoptimierung: Zur Hauptsache Textsache
Die zwei wichtigsten Kriterien für eine gute Suchmaschinen-Positionierung Ihrer Website sind zur Hauptsache Textsache. Bei 5 der 10-Top-Ranking-Kriterien in der Schweiz geht es um Worte. Zu diesem Schluss kommen 14 führende Suchmaschinenprofis der Schweiz in einer Studie, die vom Internet Advertising Bureau Switzerland (IAB Schweiz) in Auftrag gegeben wurde.
Erfolgreiche Websites - ein paar Gratis-Tipps für Freunde ...
... oder für solche, die es werden wollen.
Immer mehr Menschen, 64% der befragten Schweizer User, holen sich regelmässig Informationen aus dem Internet (siehe Blog "Gut vernetzte Schweizer" vom 19.3.2010).
Da erstaunt es doch, dass immer noch so viele Internet-Inhalte so lieblos getextet sind. Da werden einfach die Texte von Herstellern oder Zulieferer kopiert. (Achtung: Duplicate Content ist schlecht fürs Suchmaschinen-Ranking). Oder man findet langweiliges Marketing-Geplapper oder kaum Texte, dafür viele bunte Bilder, Flash-Animationen, die keinen Nutzen bringen - und vor allem für die Suchmaschinen-Indexierung kaum was bringen.
Immer mehr Menschen, 64% der befragten Schweizer User, holen sich regelmässig Informationen aus dem Internet (siehe Blog "Gut vernetzte Schweizer" vom 19.3.2010).
Da erstaunt es doch, dass immer noch so viele Internet-Inhalte so lieblos getextet sind. Da werden einfach die Texte von Herstellern oder Zulieferer kopiert. (Achtung: Duplicate Content ist schlecht fürs Suchmaschinen-Ranking). Oder man findet langweiliges Marketing-Geplapper oder kaum Texte, dafür viele bunte Bilder, Flash-Animationen, die keinen Nutzen bringen - und vor allem für die Suchmaschinen-Indexierung kaum was bringen.
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